Quasimodogeniti

07.04. - 13.04.2024

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus
Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit
wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung
durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1.Petrus 1,3

Vorbereiten

 

Ich zünde eine Kerze an.

Ich lege beiseite, was mich gerade beschäftigt,

und achte auf das Licht.

 

Mein Kopf und mein Herz sind voll.

Einatmen - … ausatmen  - … alles loslassen.

Ich bin hier. Gott ist bei mir. Amen.

 

Den Wochenpsalm beten
( Psalm 116 )

(1) Das ist mir lieb,
dass der Herr meine Stimme und mein Flehen hört.
(2) Denn er neigte sein Ohr zu mir; darum will ich mein
Leben lang ihn anrufen.
(3) Stricke des Todes hatten mich umfangen,
des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen;
ich kam in Jammer und Not.
(4) Aber ich rief an den Namen des Herrn;
Ach Herr, errette mich!
(5) Der Herr ist gnädig und gerecht,
und unser Gott ist barmherzig.
(6) Der Herr behütet die Unmündigen;
wenn ich schwach bin, so hilft er mir.
(7) Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;
denn der Herr tut dir Gutes.
(8) Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,
mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
(9) Ich werde wandeln vor dem Herrn
im Lande der Lebendigen.
(10) Ich will den Kelch des Heils erheben
und des Herrn Namen anrufen.

Anfangen
In deinen Händen, Herr, steht unsere Zeit.
Denke an mich in deiner Gnade. Erhöre mich. Amen.
 

Auf Gottes Wort hören
( Die Auferstehung der Liebe )

Sie war in russischer Gefangenschaft; zwei Jahre lang.
Die ukrainische Militärärztin Mykola, die zur Verteidigung
der Stadt Mariupol gehörte, wurde nach langem und, wie es
in der Ukraine heißt, „heldenhaftem Kampf“ mit anderen
Soldaten von Russen gefangen genommen. Seit ein paar
Tagen ist sie wieder frei. Beim bislang größten Gefangen-
enaustausch seit Kriegsbeginn wurde sie gegen russische
Gefangene ausgetauscht.
Als sie aus dem Bus aussteigt, steht ihr Verlobter vor ihr.
Zwei Jahre haben sie kaum etwas voneinander gehört.
„Aber ihre Herzen“, heißt es, „haben nicht aufgehört, ihm
gleichen Takt zu schlagen“. Der Verlobte hat einen riesigen
Strauß roter Rosen in der Hand. Er geht auf die Knie und
macht Mykola einen Heirats-antrag. Alle, die dabei stehen,
sind zutiefst gerührt. Der anwesende Kommandeur sagt:
„Diese Liebe hat Prüfungen überstanden, die die Stärksten
brechen kann.“ Aus dem Elend aufersteht die Liebe.
Über zwei Jahre dauert nun der Krieg in der Ukraine.
Niemand in unserem Land hatte sich vorstellen können, so
etwas miterleben zu müssen. Europa und Krieg – das passte
einfach nicht mehr zusammen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Und doch hat Putins Russland eine verbrecherische
Eroberung begonnen; und wer weiß, was noch alles zu den
russischen Plänen gehört, sollte der Plan mit der Ukraine
aufgehen. Krieg ist nicht zu rechtfertigen.
Darum nannte es Putin auch lange nicht Krieg, sondern
Spezialoperation. Es bleibt aber ein Krieg. Wir wissen nicht,
wie es weitergehen wird. Wir erkennen aber an Mykola,
dass die Liebe nicht untergeht, sondern aufersteht. Sogar
aus dem Elend.
Am Ostermorgen, damals in Jerusalem, ist mit Jesus die
Liebe auferstanden; das tiefe Wesen seines Lebens. Jesus
erzählte nicht nur von Gott, der Liebe ist; er lebte das auch
gegenüber seinen Mitmenschen. Sein Leben war Zuwen-
dung. Sein Leben war nicht süßliche Liebe, die alles in Watte
packt und ernste Worte scheut; sein Leben war ehrliche
Liebe. Jesus wies auch zurecht; auf seine Weise klagte er
auch oder zürnte. Aber auch dann wurde er nicht lieblos.
In den Fehlern von Menschen sah er manche Not. Jesu
Liebe war ehrlich, ernst und möglichst aufbauend. Als sich
Jesu Grab öffnete, war auch diese Liebe wieder in der Welt.
Für immer. Sie ist und bleibt hoffentlich auch bei Mykola
und ihrem Ehemann. Möge ihre Liebe, ihr füreinander da
sein, gesegnet sein.
Liebe ist Gott selbst in unserer Welt. Darum auferstand
Jesus. Unsere Hoffnung, dass Liebe weiter hilft als alles
andere, hat seit Ostern einen Grund. Dafür danken und
loben wir Gott. (Michael Becker)

Beten

Ich will dir danken, Gott … 

 

Ich denke besonders an …

 

Das beschäftigt mich …

 

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name.

Dein Reich komme. 
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. 
Unser tägliches Brot gib uns heute. 

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Es segne und behüte uns 

der allmächtige und barmherzige Gott, 

+ Vater, Sohn und Heiliger Geist. 

Er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben. Amen

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